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TAGES SPIEGEL (12 Feb, 2009) SEBASTIAN HANDKE JUNGEN UNTER DRUCK: „Man tänker sitt“ aus Schweden Sie suchten die Idylle. Und wählten die grüne Hölle einer westschwedischen Kleinfamiliensiedlung. Zwischen Hauptstraße, Blumenkübel, Sportplatz und Kiefernwald, in hellen Holzhäusern ohne Keller, sitzen sie jetzt fest wie unter Laborbedingungen. Der elfjährige Sebastian (Sebastian Eklund) lebt bei der Mutter und beobachtet die Männer seiner Straße: Jimmy trägt seinen Sohn auf dem Arm, wohnt bei den Eltern, darf aber keinen Schlüssel haben. Mischa fischt. Und Anders joggt. Dumpfer Druck staut sich auf, zur Eruption kommt es aber nicht. In ihrem Debüt „Man tänker sitt“ präsentieren die schwedischen Regisseure Ferdrik Wenzel und Henrik Hellström eine Art Versuchsanordnung darüber, wie Menschen (man könnte auch sagen: Nachbarn) hausen und lungern, nachdem sie sich selbst begraben haben. Ein ausgezeichnet fotografierter Film voll absurder Miniaturen und Extremstlakonie, kommentiert und verdunkelt von Sebastians brütender Aphoristik: „Mein Instinkt sagt mir, der Kopf ist ein Organ zum Graben.“ |
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